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Segeln mit der Martin Stiftung

Um Punkt 13 Uhr stand Bruno vor den Tueren des SYH. Dass er noch viel zu frueh sei, ueberhoerte er bewusst. Er stopfte seine Pfeife und nahm mit Blick auf den See Platz auf einem der Stühle vor dem Clubhaus. Nach und nach kamen nun auch die Segelschiffe und legten am Steg an. Bruno beobachtete das Treiben genau und verriet jedem Neuankömmling: heute bläst der Wind nicht. Die Besatzung der sechs Boote, die nun alle in Reih und Glied am Steg festgemacht waren, waren bereits mit Motorenkraft nach Herrliberg gefahren. Auch der Blick aufs Wind-App im Handy zeigte bei der Windvorhersage eine Geschwindigkeit im tiefen einstelligen Knoten-Bereich. Bruno wusste sich pointierter auszudrücken: es herrscht halt Flaute.

Um 14 Uhr kamen die Gäste. Plötzlich kehrte Leben auf der Wiese neben dem Clubhaus ein. Wo vorher höchstens das Schnattern einer Ente zu hören war, wurde jetzt gejuchzt, gepfiffen, vor Freude gesungen. Alle Augen waren auf die Boote gerichtet. Jetzt ging alles sehr schnell. Die Gäste von der Martinstiftung wurden in Gruppen eingeteilt, Schwimmwesten ausgehändigt, Passagiere auf die Boote von SYH und SV Erlenbach verteilt. Und schon legten die ersten Segelschiffe ab. Fleissig wurden Vor- und Hauptsegel gesetzt - die Hoffnung stirbt nämlich zuletzt. Der allerletzte Windhauch wurde ausgenutzt, dann standen alle still. Der Wind hatte keine Lust mehr heute. Ein leises Knattern liess hie und da auf das Starten eines Motors deuten. Die Segel immer noch angeschlagen gleiteten die Boote nun mit Hilfe von Diesel und Bleifrei über die Wellen des Zürichsees. Jetzt durften die Passagiere auch einmal an die Pinne oder das Steuerrad. Den direkten Weg von A nach B? Die letzten Winde im Segel einfangen? Nein, die neuen Skipper setzten ihren eigenen Kurs – und der ging meistens 360 Grad nach links oder 360 Grad nach rechts und das am liebsten gleich mehrmals nacheinander. Mit Vollgas oder gemütlichem Schritttempo steuerten die neuen Kapitäne die Boote weder zielsicher noch mit einem erkennbar Kurs – doch den Spass, den sie dabei hatten, war unverkennbar am Lachen und Grinsen auf ihren Gesichtern abzulesen. Es wurde gelacht, gejuchzt und einander zugejubelt, wenn sich zwei Schiffe kreuzten.

Irgendwann war es aber wieder Zeit, Kurs auf das Clubhaus zu nehmen. Noch einen letzten Kreisel fahren, dann ging es zurück. Die Segelschiffe legten nach und nach am Steg an und liessen ihre Passagiere aussteigen. Am Land lockten bereits Bratwürste und Cervelats. Hier tauchte auch Bruno wieder auf, er nahm Platz auf seinem Stuhl, die Pfeife gestopft, mit Blick auf den See. Er war nicht auf einem der Segelboote. Wo er war? Er durfte auf dem Schlauchboot mitfahren. Was heisst da mitfahren - er sass sogar am Steuer! Bruno biss herzhaft in den letzten Zipfel seiner Bratwurst und meinte: “Nächstes Jahr bin ich dann auch wieder dabei.” Dann stand er auf und holte sich ein Stück von der obligaten Cremeschnitte.

Ganz herzlich gedankt sei an dieser Stelle einmal mehr den Skippern und Helfern der Segler Vereinigung Erlenbach und des SYH, die dieses Jahr bereits zum 17. Mal den Bewohnern der Martinstiftung Erlenbach eine erlebnisreiche Segelausfahrt auf dem Zürichsee ermöglichten.

Text: Andi Wullschleger
Fotos: Hansjörg Weimer und Andi Wullschleger

420er / 470er PM TAG 2

Das Feld war gleich wie Samstag, aber die Sonne wurde am Sonntagmorgen durch leichten Nieselregen ersetzt. Um 0930 etablierte sich ein leichter, aber stark pendelnder Wind aus West - Bedingungen welche einen fairen Start unmöglich machten. Kurz vor Mittag schlief das Ganze dann wieder ein. Also alle rein zum Kiosk/Grill, um eine halbe Stunde später mit Wind aus entgegengesetzter, südlicher Richtung die nächste potenzielle Startmöglichkeit zu suchen. Der Konkurrenzkampf der Luftmassen ging dann aber klar zugunsten des aufkommenden kräftigen Westwinds aus und so konnten wir nochmals 3 Läufe bei den 470'er und 2 deren bei den 420'er austragen. Dies ergibt insgesamt 6 Wettfahrten bei den 470'er und 5 für die 420'er - ein tolles Resultat!Es ergeben sich die folgenden Schlussranglisten:

2016_470'er

2016_420'er

 

420er / 470er PM Tag 1

Was für Felder; 21 420er und 16 470er fanden den Weg auf den Zürisee. Sonne verwöhnte Helfer und Segler mit warmen Temperaturen, nur der Wind liess auf sich warten. Endlich kam Westwind auf und ein erster Lauf konnte gestartet werden. Gleich darauf noch ein zweiter, welcher aber abgebrochen werden musste. Schliesslich setzte sich der Wind aber richtig durch, bei drehendem, aber herrlich kräftigem Wind konnte der zweite Lauf ausgetragen werden, Kenterungen inklusive. Rasch noch ein dritter Start, Tageslicht und Wind gingen aber zur Neige, so dass der Lauf abgekürzt werde musste. Zum Apero und Seglerfest waren alle wieder im warmen Clubhaus der SVT.

Rangliste 420

Rangiste 470

Bilder:

Trainingswochenende mit den SYH Junioren

Die Junioren haben am Wochenende vom 10. und 11. September ein neues Trainingskonzept getestet. Angesichts der oft windarmen Verhaeltnissen an den woechentlichen Trainingsabenden, waren alle Opti- Junioren für ein ganzes Wochenende im SYH eingeladen. Ziel war es bei guten Verhältnissen auf dem Wasser zu trainieren und bei Flaute die Zeit mit Theorie und Spiel zu verbringen. Die Absicht war natürlich auch den Teamgeist zu fördern und die Junioren dem Club noch etwas näher zu bringen. Die sommerliche Hochdrucklage reduzierte die Praxiszeit auf dem Wasser auf nur eineinhalb Stunden. Die Junioren trugen dies mit Fassung - schliesslich konnte man dafür sich ausgiebig im See abkühlen. Der Sonntag erlaubte dann allerdings doch einige Fortschritte auf dem Wasser zu erzielen und sogar zwei kleine Club-Regatten zu segeln. An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an Maja Weimer für das Mittagessen am Sonntag ("Hörnli & Ghackets mit Öpfelmues"), Hansjörg Weimer fürs Fotografieren, an Marcel Andris, Markus Vetterli und Matthias Dunkel für die Mithilfe bei Training und Theorie das ganze Wochenende durch.

Chris Dunkel
SYH - Vorstand Junioren